Fraunhofer-Forschungscampus Waischenfeld

Waischenfeld, Deutschland
Foto © Stefan Müller
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Architekten
Barkow Leibinger
Standort
Waischenfeld, Deutschland
Jahr
2014
Bauherrschaft
Fraunhofer - Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V.
Team
Frank Barkow, Regina Leibinger, Martina Bauer, Michael Bölling, Didier Callot, Clemens Klein, Ina Reinecke, Tanja Salomäki, Ulrich von Türckheim, Jens Wessel, Heiko Krech, Nina Cattaneo, Christian Coburger, Sonia Sandberger, Erika Tillberg, Daniela Voss, Annette Wagner

Am Rand des mittelalterlichen Siedlungskerns von Waischenfeld in der idyllischen Landschaft der Fränkischen Schweiz liegt der neue Forschungscampus des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen IIS. Durch die enge Verbindung von Wohnen und Arbeiten an einem ruhig gelegenen Rückzugsort entsteht eine konzentrierte und zugleich kommunikative Atmosphäre, in der kooperierende Projektteams in intensivem Austausch wissenschaftlich arbeiten, forschen und tagen können.

In Anlehnung an die kleinteilige, mittelalterliche Dorfstruktur von Waischenfeld wurde das Raumprogramm in vier zwei- bis dreigeschossige Häuser aufgeteilt, die sich in unregelmäßiger Anordnung zu einem Ensemble mit vielfältigen Zwischenräumen und Ausblicken gruppieren und über ein zentrales eingeschossiges Foyer miteinander verbunden sind. Neben der Maßstäblichkeit suchen die vier Häuser des Forschungscampus mit ihrer Fassade aus Lärchenholz auch in der Materialität die Nähe zur ortstypischen Bautradition. Ihre Formensprache mit asymmetrisch verlaufenden Dachfirstlinien und unterschiedlich großen, frei angeordneten Fensteröffnungen hingegen erscheint ungewohnt und zeigt die „ortsfremde“ Nutzung als moderne Enklave des Lernens, Forschens und des Austauschs. Breite, stark betonende Faschen um die Fenster greifen wiederum ein traditionelles Gestaltungsmittel der Region auf. So verbinden sich Vertrautes und Neues zu einer in die Umgebung eingebetteten und gleichzeitig für die Forschung authentischen Architektur.

Eines der Häuser dient mit Konferenzräumen vollständig der Nutzung für Seminare und Besprechungen. Die anderen drei sind horizontal geschichtet: Arbeitsplätze in Form von Büros und Laboren nehmen die Erdgeschosszonen ein, während in den oberen Ebenen die Gästezimmer für die Forscher liegen. Ein frei fließender „Zwischen-Raum“ verbindet die Häuser als eine Art gemeinsamer Sockel baulich miteinander. Er wird über eine breit zulaufende Eingangstreppe betreten und dient als Foyer, Cafeteria und zentrale Aufenthalts- und Veranstaltungsfläche. Überspannt von einer polygonal gegliederten Holz-Fachwerk-Konstruktion mit dreieckigen Oberlichtern bildet er das kommunikative Herz des Ensembles und fördert Begegnungen und Gedankenaustausch. Der Raum erweitert sich über in die Topografie des Hangs eingebettete Terrassen, die sich geometrisch an die Gebäude anschmiegen und durch den durchlaufenden Natursteinbelag mit dem Innenraum verbinden. Auf der Ebene der Wohnräume bildet die Dachfläche eine geschützt liegende Terrasse, von der sich fensterartig gerahmte Ausblicke in die Umgebung öffnen.

Energetisch und konstruktiv zielt das Gebäude auf eine nachhaltige Bauweise ab. Die verschiedenen Nutzungszonen der Häuser weisen unterschiedliche Konstruktionsweisen auf: Zum Schutz gegen das Erdreich sind die unteren, teilweise in den Hang hineingeschobenen Ebenen aus Beton errichtet, der als thermische Speichermasse auch für ein gutes Raumklima bzw. sommerlichen Wärmeschutz sowie für akustische Trennung sorgt. Nach außen schließen die sichtbaren Bereiche dieses massiven Gebäudesockels mit einer Vorsatzschale aus gestocktem Beton ab. Die oberen Ebenen der Häuser wurden in Holzständerbauweise aus vorgefertigten Wandelementen errichtet und erhielten eine vertikale Boden-Deckel-Schalung aus unbehandeltem Lärchenholz, die wie die Dachdeckungen aus unbehandeltem Kupferblech mit der Zeit natürlich verwittern wird. Insgesamt erreicht die Gebäudehülle des Forschungszentrums Passivhaus-Standard.

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